Eindrücke AUGENHÖHECamp Berlin 2017

Dagmar AHCampBLN17
24.11.2017 |

 

Am 28. September 2017 fand das zweite AUGENHÖHECamp Berlin in der Forum Factory statt und es war für mich und meine Mitorganisatoren ein fulminanter Tag.

 

 

Wer einen Eindruck haben möchte, kann diesen im Video erhalten:

Was mir an diesem Tag – mit dem Eindruck der gerade erlebten Sessions und Gespräche – durch den Kopf ging, ist hier zu sehen:

Wir machen etwas Pause.

Das nächste AUGENHÖHECamp Berlin soll im Frühjahr 2019 stattfinden!

Aber bis dahin gibt es ein ebenfalls sehr wichtiges Projekt:

AUGENHÖHEmachtSchule

Dessen Crowdfundingkampagne wurde bei unserem Camp gestartet. Yeah!

Noch kann man dieses wichtige Projekt unterstützen: https://www.startnext.com/augenhoehe-macht-schule-film-dialog

Ich freue mich über viel Unterstützung!
Damit in möglichst allen Schulen bewegende Film- und Dialogveranstaltungen stattfinden können.

Buchempfehlung: workhacks

03.11.2017 |

Im April 2016 habe ich beim wevent (Open Space-Konferenz) von intrinsify.me Lydia Schültken kennengelernt. Sie bot ein Session zu ihrem neuen Thema an: Workhacks

Ich war nicht nur von dem Thema, sondern auch von Lydias Energie ganz begeistert. Sie plante ein Buch zu schreiben. Nun ist dieses Buch erschienen und ich habe es gelesen. Wie ich es nach dieser Begegnung erwartet habe, bin ich auch von dem Buch sehr begeistert:

“Ein workhack ist eine erprobte, minimalinvasive Regel oder Methode, um die bestehende Zusammenarbeit und die Arbeitsergebnisse zu verbessern.” – Klingt so simpel, ist es oft auch und dennoch halte ich die hier vorgestellten workhacks für geeignet, große Durchbrüche in der Zusammenarbeit und in Arbeitsergebnissen zu erzielen. Es sind oft kleine Dinge, die große Wirkung entfalten.

Das Buch stellt solche Kleinigkeiten vor, wobei es sich nicht um banale Änderungen handelt. Es geht durchaus in die Tiefen dessen, was wir im Arbeitskontext nur allzu gut kennen und oftmals einfach als gegeben hinnehmen.
Der empfohlene Ansatz: Probiert das eine oder andere doch mal aus und guckt, was passiert, ist m. E. sehr klug. Denn DAS Rezept für die Zukunft der Arbeit gibt es tatsächlich nicht.

Das Buch ist nicht nur inhaltlich ein großer Gewinn. Es liest sich auch großartig und ist super strukturiert. Die Kapitel lassen sich gut unabhängig voneinander lesen, so dass man sich gut hin und her treiben lassen kann, wenn einem danach ist. Es gibt die ausführlichen Praxis-Stories zu jedem Hack, aber auch die übersichtliche Zusammenfassungen für eilige Leser oder späteres “wie war das doch gleich?”-Nachlesen.

Mein Fazit: Sehr gelungen und nur zu empfehlen.

workhacks: Sechs Angriffe auf eingefahrene Arbeitsabläufe
von Lydia Schültken u. a.
Verlag: Haufe Lexware

Agile Ambassador beim dgfp // lab 2017

23.10.2017 |

Am 14. und 15.11.2017 findet in Berlin das dgfp // lab statt. Es geht um die Zukunft von HR und das Pogramm hält nicht nur tolle Speaker bereit.

Ich selbst freue mich sehr als AGILE AMBASSADOR eines der Mini-Labs begleiten zu dürfen. Zu den Mini-Labs heißt es im Programm:

Wir glauben nicht an Best Practices und vorgefertigte Antworten. Aber an Kommunikation und Kollaboration. Daher geht es am 14. November raus zu Unternehmen. In den sogenannten Mini-Labs arbeiten die Teilnehmer in Unternehmen zu deren spezifischen Herausforderungen, zu HR-Themen, die dort in Bewegung sind. Diese Cases werden von Agile Ambassadors begleitet und moderiert. Die für die gemeinsame Arbeit gewählten Methoden sind so gewählt, dass sie zur Gruppengröße passen, den Austausch der Teilnehmer ermuntern und zur Erarbeitung kreativer Lösungen anregen.

Wer Interesse an einer Teilnahme hat: Hier gibt es weitere Informationen http://lab.dgfp.de/startseite/

New Pay – worüber wollen wir wirklich, wirklich miteinander reden?

11.10.2017 |

Im Juli 2015 war ich beim ersten AUGENHÖHECamp in Hamburg. Es waren die ersten Monate in denen ich mich mit diesem Themengebiet zu beschäftigen begann. Ich hörte Worte wie Agilität und Scrum zum ersten Mal und googelte auf der Rückfahrt nach Berlin, worum es da eigentlich geht.

Eine Session, die ich dort als passive Zuhörerin besuchte, drehte sich um „transparente Gehälter“. Und diese Session hat sich mir tatsächlich besonders eingebrannt. Insofern freue ich mich sehr über die New Pay-Blogparade von co:x, https://www.coplusx.de/2017/09/28/blogparade-newpay-was-verdienen-wir-eigentlich/, denn so kann ich meine Gedanken sortieren und weiterentwickeln.

Meine wichtigste Erkenntnis aus besagter Session war: Bei Geld hört der Spaß tatsächlich auf. Wenn Du Gehälter transparent in Teams und Unternehmen verhandelst, bleibt nichts mehr unter dem Teppich. Ich persönlich denke gleich: Wie cool! Andere mögen denken: Oh nein, bloß nicht!

Für mich geht es bei New Work schon immer noch darum, dass jeder das tut, was er wirklich, wirklich will. Auch Unternehmen wollen und brauchen Mitarbeiter, die ihr Bestes geben – allein und im Team! -, um erfolgreich am Markt zu sein. Das gehört also zusammen. Was hat das mit Gehaltsmodellen zu tun? Für mich sehr viel.

Wie können wir unser Bestes geben, das tun, was wir wirklich, wirklich wollen, zusammen besser sein als allein und in selbstorganisierten Teams Verantwortung übernehmen, wenn wir über so etwas wesentliches wie unser Gehalt nicht sprechen? Das Gehalt ist die Gegenleistung für unsere Arbeitsleistung. Je mehr Geld ich kriege, desto wichtiger und wertvoller ist meine Leistung. Aber wie genau kann ich Leistung in der heutigen Zeit messen? Und wie den Beitrag zum Unternehmenserfolg? Und macht mich ein so ermitteltes Gehalt zufrieden? Wenn es um Zufriedenheit mit dem Gehalt geht, muss es dann nicht auch gerecht sein?

Das große Wort Gerechtigkeit

Als Mutter von vier Kindern im Alter von knapp fünf bis neun Jahren kann ich definitiv sagen: das mit der Gerechtigkeit ist total kompliziert. Es erscheint mir fast unlösbar. Und dennoch: es ist für Menschen sehr wichtig. In meinem Leben als Mutter höre ich Sätze mit dem Wort „ungerecht“ fast täglich. Im meinem Berufsleben höre ich es nicht so häufig, aber heißt das, dass es dort keine Rolle spielt? Ich meine gegenteiliges wahrzunehmen.

Der sehr lange Eintrag in Wikipedia zum Stichwort „Gerechtigkeit“ bestätigt mich darin, dass das ein ganz heißes Eisen ist. Folgendes Zitat fasst meine Gedanken zum Thema Gerechtigkeit ganz gut zusammen, ohne in philosophische, ethische, rechtliche oder sonstige Tiefen abzusteigen: „Die Grunddefinition von gerechtem Handeln, Gleiches gleich und Ungleiches ungleich zu behandeln, ist lediglich formaler Natur. Ob zwei Situationen als zueinander gleich oder ungleich bewertet werden, hängt von den zugrunde gelegten Wertmaßstäben ab. Der Gerechtigkeitsbegriff ist also stets ausfüllungsbedürftig.“

Genau. Es hängt von den Wertmaßstäben ab. Und die hatte ich gerade oben schon kurz angerissen. Nun also nochmal genauer.

Beitrag zum Unternehmenserfolg?

Ist es wichtiger das Produkt innovativ und auf Kundenbedürfnisse zugeschnitten weiterzuentwickeln, weil sonst bald kein Kunde mehr unser Produkt braucht? Oder ist es wichtiger, dass der Vertrieb einen guten Job macht, weil sonst kein Geld reinkommt? Oder ist es wichtiger, dass der Kundenservice schnell und freundlich Kundenprobleme löst? Und wie wichtig ist überhaupt die Personalabteilung für das Unternehmen? Buchhaltung…? Oh je. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Schluss: die sind am Ende alle gleich wichtig! Wenn irgendwas davon nicht wichtig wäre, wozu gibt es diese Stellen dann überhaupt im Unternehmen? (Vertiefen wir das nicht weiter, ich fürchte Beispiele für solche Stellen, aber darum geht es hier nicht…)

In dem Zusammenhang fallen mir die Berichte von Unternehmen ein, die sich auf den Weg gemacht haben, das für sie richtige Gehaltsmodell zu entwickeln. Einige davon fingen damit an, allen das Gleiche zu zahlen. Überraschung: damit waren viele Mitarbeiter unzufrieden…

Leistung objektiv messen?

Kann man Leistung tatsächlich messen? Auch dazu habe ich vor kurzem beim AUGENHÖHECamp Berlin in meiner New Pay-Session von einem experimentierenden Unternehmen gehört, die eine große Tabelle angelegt haben, in der Mitarbeiter für ihre verschiedenen Leistungen Punkte eingetragen haben. Das haben sie ein Weile gemacht. Überraschung: sehr aufwendig und viele Mitarbeiter waren trotzdem unzufrieden mit ihrem Gehalt…

Außerdem kenne ich einige Kaffeeküchengespräche (Lars Vollmer nennt das die „Hinterbühne“), die darum kreisen, dass der Kollege Z einfach bei weitem nicht so leistungsstark ist, wie der Kollege Y. Der macht nur „Dienst nach Vorschrift“, während der andere „voll engagiert“ ist… Ist es dann befriedigend, wenn beide in einem voll transparenten Tarifsystem gleich eingestuft sind, da sie ja die gleichen Aufgaben erledigen? Oder ist der Benefit des Kollegen Y, dass er dann irgendwann befördert wird und der andere nicht? Und: ist diese Beförderung auch garantiert?

Bildung und Erfahrung berücksichtigen?

Und was ist überhaupt mit Ausbildung, Berufserfahrung etc.? Natürlich denke auch ich: mit meinem Hochschulabschluss muss ich doch mehr verdienen, als wenn ich nach der zehnten Klasse angefangen hätte zu arbeiten. Wozu habe ich das überhaupt gemacht? Aber hat das was mit meiner Leistung und dem Wert meiner Arbeit zu tun? Ich wage es zu hinterfragen, ob es sinnvoll ist zu studieren, um dann ein bestimmtes Gehaltsniveau zu erreichen, wenn ich sonst keine Motivation dazu habe. Wir wissen inzwischen alle: Geld allein macht nicht glücklich und motiviert auch nicht.

Trotzdem ist es für viele wichtig, dass sich Leistung, Ausbildung etc. in der Entlohnung wiederspiegeln, auch wenn sich das alles nicht objektiv ermitteln lässt und selbst dann vermutlich kaum für alle zufriedenstellend ist.

Sozialer Aspekt?

Für einige Menschen spielt auch ein sozialer Aspekt eine Rolle: Hat jemand eine Familie mit Kindern und sollte daher mehr verdienen? Ist jemand ehrenamtlich sehr engagiert und sollte daher für seinen Teilzeitjob das Gleiche kriegen, wie der Vollzeit arbeitende Kollege? Jetzt sind wir schon im sehr privaten und persönlichen Bereich. Und auch hier wieder etwas, das ich von einem der „experimentierenden“, kleineren Unternehmen gehört habe:

Wenn eine Belegschaft ein Wunschgehalt ermöglicht, kommen plötzlich Themen unter den Kollegen auf, die nicht jeder diskutieren möchte: „Wieso bleibt denn Deine Frau so lange in Elternzeit?“, „Warum baust Du so ein teures Haus?“, „Wenn Du Dich so stark politisch engagierst, ist das doch Dein Problem…“. Schon gar nicht bei der Arbeit!

 Es ist also nicht nur kompliziert…

Es ist komplex. Schließlich geht es um Menschen. Kann es da überhaupt das eine, für alle passende Gehaltsmodell geben? Ich glaube nicht.

Wie gestalten wir die Arbeitswelt, um mit zunehmender Komplexität gut umgehen zu können? Mehr Eigenverantwortung und Selbstorganisation, mehr Agilität, weniger Theater und Bullshitbingo, richtig?

Je mehr diese Konzepte gelebt werden sollen, desto mehr Offenheit, Dialog und Transparenz ist m. E. erforderlich. Und das heißt nicht nur, dass die für das jeweilige Arbeitsgebiet relevante Zahlen in geeigneter Form transparent gemacht werden müssen. Eine Personalerin aus einem großen Konzern sagte bei einer Session sehr treffend: „Wer A sagt, muss auch B sagen.“ Wir können nicht Hierarchien abbauen, Verantwortung breiter verteilen, unternehmerisches Denken erwarten, wenn wir nicht auch von den starren und intransparenten Gehaltsmodellen weg kommen. Und: Ein Tarifvertrag schafft zwar Transparenz, aber nicht unbedingt Zufriedenheit, die durch Gerechtigkeit genährt wird.

Gespräch von Angesicht zu Angesicht

Im Agilen Manifest heißt es u. a.: „Die effizienteste und effektivste Methode, Informationen an und innerhalb eines Entwicklungsteams zu übermitteln, ist im Gespräch von Angesicht zu Angesicht.“

Ist das nicht auch die beste Art das richtige Gehaltsmodell zu entwickeln? Wenn wir wollen, dass die Mitarbeiter ihr Bestes geben und glauben, dass sie das umso mehr tun, je mehr sie auch mit ihrem Gehalt zufrieden sind, müssen wir dann nicht ein Gehaltsmodell entwickeln, dass alle Beteiligten zufrieden stellt?

Die Zukunft ist divers – Gehaltsmodelle auch

Für mich ist vollkommen klar: es gibt weder die eine Organisationsform, noch die richtige Management-, Leadership- oder sonst was-Methode, noch gibt es das eine Gehaltsmodell. Das Gehaltsmodell muss verhandelt werden, wenn ich möchte, dass alle Beteiligten damit zufrieden sind.

Der Vorteil solcher offenen, transparenten und mutigen – sind das nicht alles auch Werte in Scrum? – Verhandlungen ist für mich, dass sich die Menschen wirklich, wirklich mit sich, ihrer Arbeit, ihrer Leistung, ihren Werten etc. auseinandersetzen müssen und mit ihren Kollegen. Jedes sich zeigen und öffnen vermindert mögliche unausgesprochene Konflikte oder Unwohlsein. Und was kann eine bessere Basis für eine Zusammenarbeit auf höchstem Niveau sein?

Und das heißt nicht, dass alle in Zukunft transparent und offen ihre Gehälter oder Löhne verhandeln: für manche Arbeitskontexte wird das passen, in anderen wird man ein Gehaltsschema entwickeln, das ohne großes Gequatsche funktioniert.

Die Frage, die also zuerst beantwortet werden sollte ist: Sind die Mitarbeiter zufrieden mit ihrem Gehaltsmodell? Und damit gleich: Sind Sie zufrieden mit ihrem Gehalt?

Gerechtigkeit, zumindest als Gefühl, braucht Dialog. Es geht nicht darum das perfekte Modell zu finden. Es geht um den Prozess es zu entwickeln. Und daher geht es auch darum, es regelmäßig wieder zu hinterfragen und ggf. zu verändern. Klingt auch nach Agilität, oder? Ja, und meine These ist, je agiler ein Unternehmen ist, desto weniger kommt es auch an diesem Thema vorbei.

Und was ist mit den Konzernen?

Oder mit dem Öffentlichen Dienst? Mit allen, die super durchstrukturierte, sehr transparente Tarifverträge haben? Da sich auch Konzerne in einer beeindruckenden Zahl immer mehr auf den Weg einer „Transformation“ machen, werden nach meiner Prognose auch die Tarifverträge in ihrer bisherigen Form irgendwann dran glauben müssen. Ich erlebe diese Strukturen oftmals als totalen Hemmschuh im Umgang mit Themen wie AUGENHÖHE, New Work, Agilität etc..

Bei einem AUGENHÖHE Film- und Dialogabend mit Personalerinnen aus Konzernen kamen Bedenken zur Umsetzbarkeit von dem, was in dem AUGENHÖHEWege-Film gezeigt wurde: Wenn wir die Verantwortung mehr in die Breite geben, dort Entscheidungen treffen lassen etc., dann müssen ja alle Mitarbeiter hochgruppiert werden! Das bringt ja unsere ganze Gehaltsstruktur durcheinander und lässt sich im Tarifvertrag gar nicht abbilden…

Ja, so ist das wohl. Aber ich denke: DAS ist zum Glück nicht komplex. Nur sehr kompliziert… Und auch hier könnte Dialog helfen.

 

 

School of life: Wie wir Familienleben und Arbeit in Balance halten

20.06.2017 |

Ich freue mich sehr auf diesen “Special Event” für die School of Life

am Samstag, 08. Juli 2017, 14.00 – 16.30 Uhr.

Welche Lebensmodelle für Beruf und Familie gibt es, wie sieht unsere eigene Situation aus und wie können wir sie aktiv verbessern?

Kinder und Beruf – beides ist wichtig im Leben und steht sich doch oftmals im Wege. Gibt es überhaupt ein „sowohl als auch“ oder ist es doch „entweder oder“? Ist das wirklich alles nur eine Frage der Organisation? Die meisten von uns ahnen, dass es auf diese Fragen keine einfachen Standardantworten gibt:

In diesem Seminar mit Vereinbarkeits-Expertin Dagmar Terbeznik skizzieren wir die aktuellen Lebensmodelle für Beruf und Familie, um unseren Standpunkt – ggf. auch im Dazwischen – zu verorten und bewusst zu hinterfragen. Dabei erarbeiten wir gemeinsam die Vor- und Nachteile unserer persönlichen Optionen.

Wir sehen uns an, welchen Einfluss die historische Entwicklung von Rollenbildern, aber auch die Erfahrungen aus der eigenen Kindheit, auf unsere Einstellungen haben. Wir reflektieren unsere individuellen Überzeugungen und Erwartungen:

Was ist eine gute Mutter?

Was ist ein guter Vater?

Was kennzeichnet eine gute Berufstätigkeit?

Was ist mir besonders wichtig?

Als soziale Wesen ist es auch wichtig, unser Umfeld zu betrachten. Wie stellt sich die Berufstätigkeit von Eltern heute dar und welche Wirkungen sind über die Historie zu beobachten? Für berufstätige Eltern spielt das Thema Zeit eine große Rolle. Daher betrachten wir die Auswirkungen unserer Entscheidungen für das Heute und für die Zukunft, wenn die Kinder älter und selbständiger werden.

Ziel des Seminars ist es, dass wir unsere Entscheidungen bewusst und klar treffen können, um daraus auch praktische Alltagslösungen abzuleiten.

Mehr Informationen und Tickets gibt es hier: http://www.theschooloflife.com/berlin/shop/programm/special-events-355/wie-wir-arbeit-und-familienleben-in-balance-halten.html

Salz in der Suppe: Demokratie der Zukunft?

14.03.2017 |

Nicht nur die Zukunft der Arbeit liegt mir am Herzen. Wer sich damit beschäftigt, kommt schnell auch in die anderen Bereiche des Lebens, denn es hängt ja doch alles zusammen. Dieses Vernetzen der unterschiedlichen Bereiche ist vielleicht sogar das, was das 21. Jahrhundert besonders prägen wird und dringend nötig ist. In unseren Institutionen und Systemen ist das aber größtenteils noch nicht angekommen oder wird zumindest nicht umgesetzt.

Aufbauend auf einigen interessanten Artikeln werde ich einige Denkanstöße zur Notwendigkeit der Veränderung nicht nur des wirtschaftlichen, sondern auch des politischen Systems geben. Wobei es nicht um das Ende der Demokratie geht, sondern vielleicht eher eine Erneuerung und Erweiterung der Demokratie…?

Demokratie der Zukunft?

Ich bin gespannt auf die anschließenden Gespräche

amMittwoch, 22. März 2017, 12:00 Uhr, bei einer gesunden Suppe

beim Networking Event von Meeet – West, Konstanzer Straße 15 A, Berlin-Wilmersdorf.

Weitere Infos und Anmeldung: http://meeet.de/salz-in-der-suppe-netzwerk-event/

AUGENHÖHECamp 2017 am 28. September

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Nachdem das erste AUGENHÖHECamp im September 2016 ein so großer Erfolg war und wir als Orga-Team auch immens Spaß daran hatten, gibt es dieses Jahr die nächste Runde:

Am 28.09.2017 ist es so weit und Unternehmensvertreter aller Branchen, Unternehmensgrößen, Fachabteilungen und Hierarchieebenen können Erfahrungen austauschen, Fragen stellen, Inspirationen teilen und finden.

Die zentral Frage ist dabei:

Wie wollen wir in Zukunft Arbeiten und damit in einer komplexen, schnellebigen Welt erfolgreich sein?

 

Mehr Informationen und Tickets finden sich auf: http://augenhoehe-camp.de/ahcamps-2017/augenhoehecamp-berlin-2017/

Ich freue mich auf viele Teilnehmer und tolle Inhalte!

The School of life: Wie wir Arbeit und Familienleben in Balance halten

08.02.2017 |

Im letzten Jahr eröffnete die School of Life eine Dependance in Berlin-Prenzlauer Berg.

The School of Life wurde vor 8 Jahren in London von dem Philosophen und Bestsellerautor Alain de Botton gegründet. Seine Idee war es, eine Schule zu eröffnen, in der man das lernen kann, was man an Schulen und in Universitäten nicht lernt: ein gutes und erfülltes Leben zu führen. Dafür bedient sich die School of Life – frei von jeder Ideologie und jedem Dogma – hilfreicher Ideen aus 3000 Jahren Kulturgeschichte – aus Philosophie, Psychologie, Psychoanalyse, Literatur und Kunst.

Eines dieser Angebote ist zukünftig ein Workhsop mit dem Titel “Wie wir Arbeit und Familienleben in Balance halten”, den ich in der School of life anbiete.

Termin: Sonntag, 2. April 2017, von 14 – 16.30 h

Mehr Informationen und Anmeldung hier:

http://www.theschooloflife.com/berlin/shop/programm/special-events-175/wie-wir-arbeit-und-familienleben-in-balance-halten.html

Berufstätige Eltern: Was Ihr alles schafft, ohne es zu merken

02.12.2016 |

Berufstätige Eltern fühlen sich oft zwischen den Stühlen. Sie haben das Gefühl, es weder im Job noch in der Familie wirklich gut zu machen.

Egal, ob sie Teilzeit oder Vollzeit arbeiten, die meisten fühlen sich nicht als große Leistungsträger. Dabei leisten berufstätige Eltern enorm viel. In der Familie wie auch im Beruf.

Vor wenigen Tagen habe ich bei der Simmons Leadership Conference in Berlin eine großartige Keynote von Anne-Marie Slaughter gehört. Das ist die Frau, die den heißdiskutierten Artikel „Why women still can‘t have it all“ geschrieben hat. Wer ihn nicht kennt, kann hier nachlesen.

Sie sagte viele kluge Dinge, von denen mir insbesondere in Erinnerung geblieben ist: Care means to invest in somebody else – Fürsorge bedeutet, in jemand anderen zu investieren. Überlegen Sie mal: Wie viele Kinder haben Sie? Was werden diese in Zukunft leisten? Und wieviele Enkelkinder werden Sie wohl mal haben? Was werden die wohl in Zukunft leisten? Was wäre, wenn Sie diese Fürsorge-Investition nicht tätigen würden? Eines der Probleme unserer heutigen Zeit ist die kurzfristige Zielorientierung. Wir denken, wir müssten in uns investieren, um möglichst viel aus unserem Leben „raus zu holen“. Dabei ist das Investment in andere mindestens so viel Wert, auch das sagte Anne-Marie Slaughter sehr richtig. Es gilt die alte Regel: Was immer wir geben, wir kriegen es zurück. Wer einmal im Leben einen sterbenden Menschen begleitet hat, weiß, was für ein unglaubliches „Investment“ das in das eigene Wachstum ist. Win-win würde man sagen. Fürsorge lässt unsere Persönlichkeit wachsen und ist ein enormes Investment, das zurückzahlt. Wann werden wir das kollektiv verstehen?

Das „Investment“ im Detail

Ich mache jetzt mal ein bisschen Selbsttherapie und lade Sie dazu ein, daran teilzuhaben. Ich schreibe einfach mal auf, was ich als Mutter gemeinsam mit meinem Mann, dem Vater meiner Kinder, im Alltag so alles leiste. Sie können ja abhaken, was auf Sie auch zutrifft und ergänzen, was ich vergessen habe.

  • Fünf Tage in der Woche Menschen antreiben aufzustehen, sich anzuziehen, zu frühstücken, sich die Zähne zu putzen und dann mit Schuhen und Jacken das Haus verlassen – dies erfordert gefühlt 30 x Sätze wie: „steh auf“, „jetzt ist Frühstücken dran, nicht spielen“, „zieh Dich jetzt an“, „beeil Dich“, etc.
  • Fünf Tage in der Woche Frühstücksbrote, Obst oder Gemüse und Getränke für Kita und Schule vorbereiten – ich frage mich, ab wann ich die Kinder das selbst machen lasse…
  • Einmal in der Woche das Haus bzw. die Wohnung aufräumen, damit die Putzfrau in der ihr vorgegebenen Zeit auch Putzen kann – das muss erledigt sein, bevor wir das Haus verlassen!
  • Täglich Postmappen, Mitteilungshefte u. ä. durchsehen und schauen, ob die Hausaufgaben im Hort gemacht wurden oder deren Erledigung komplett zu Hause betreuen. Sämtliche Zettel mit Infos zu Ausflügen, Terminen, Materialbedarfen für Projekte etc. im Blick behalten und die Kinder möglichst immer richtig ausgestattet losschicken (mir fehlt die Erfahrung, ab wann man ihnen das selbst überlassen kann, da ich erst 3. Klasse-Mutter bin).
  • Nachmittagsaktivitäten, Playdates, Sport, Musikunterricht etc. organisieren und Kinder chauffieren. Gerade mit mehreren Kindern ist das eine logistische Höchstleistung.
  • Pro Kind mindestens fünf Mal im Jahr Geschenke für Geburtstagseinladungen besorgen.
  • Mindestens für vier Festivitäten an Schule und im Kindergarten einen Buffetbeitrag organisieren. Dabei muss man schnell sein, sich in die entsprechenden Listen einzutragen, damit man „nur“ Getränke o. ä. mitbringen muss.
  • Pro Kind einen Kindergeburtstag pro Jahr ausrichten, der den eigenen Ansprüchen genügt, wobei Fragen zu beantworten sind wie: was schenken wir, was schenken die Großeltern, was können die Freunde schenken, die ja doch oft fragen; sollten die Kinder etwas kreatives bei der Feier machen und was für Material müssen wir dafür besorgen, feiern wir „außer Haus“ und haben weniger Stress, aber mehr Ausgaben, ist es pädagogisch wertvoll „außer Haus“ zu feiern oder sollten wir konsumkritischer erziehen? Wenn wir zu Hause feiern: welche Spiele etc. sind geeignet und was brauchen wir dafür; was gibt es für die Gäste in die (leider verbreitete) Mitgebsel-Tüte und wer besorgt das.
  • Zwei Mal im Jahr steht das Thema Klamotten-Wechsel an: Sommer zu Winter und Winter zu Sommer. Wer mehrere Kinder hat sortiert dann noch aus, was keinem mehr passt und verstaut was im Moment keinem passt. Schaut durch, wem gerade was passt und besorgt die Sachen, die fehlen. Dann kommt noch die Frage: Was geschieht mit den Sachen, die wir gar nicht mehr brauchen? Verkaufen oder verschenken…?
  • Schließtage organisieren. Und ich meine gar nicht die regulären in den Sommerferien, die auch schon viele Kindergarteneltern zum Urlaub in der Hochsaison zwingt. Ich meine die Weiterbildungstage, Personalversammlungen, Vorbereitungszeiten für die schönen Feste etc., die noch oben drauf kommen. Streiktage hat es auch schon gegeben…
  • Bald ist es wieder so weit: Die schöne Weihnachtszeit mit Adventskalendern – gekauft oder doch selbstgebastelt? Diversen Weihnachtsfeiern, Krippenspielen und wieder das leidige Geschenkethema. Vom Baumkauf, -schmücken, Essen vorbereiten etc. mal ganz abgesehen, das machen ja viele auch ohne Kinder.
  • Ganz abgesehen von den vollkommen unplanbaren Ereignisse: kranke Kinder organisieren. Die Frage klären, wer bleibt zu Hause, wer kann aushelfen, muss man zum Arzt etc. pp. Und besonders erfreulich, wer besorgt das Gesund-Attest, wenn eines erforderlich ist?

So. Und nachdem wir nun die rein organisatorischen Dinge so einigermaßen abgehakt haben – vergessen Sie nicht zu ergänzen! – kommen wir nun noch zu den weichen Faktoren des Lebens mit Kindern. Das was man „Erziehungsleistung“ nennt, obwohl ich das Wort nicht wirklich mag, aber Wordbashing mag ich noch weniger. Also, was kommt da noch an kraft- , nerven- und emotionsgeladenen Themen dazu?

Unglaublich viele Entscheidungen, wie:

  • Welche Sportart soll mein Kind ab welchem Alter neben Kindergarten/Schule betreiben?
  • Sollte das Kind auch musikalisch gefördert werden?
  • Wie finde ich raus, was das Kind überhaupt mag? Wenn es keine Lust mehr hat, wie sehr dränge ich auf Durchhalten und wie schnell lass ich ihm seinen Willen?
  • Wie voll sollte der Kalender meines Kindes sein? Wie wichtig sind mir Leerzeiten für freies Spielen, Verabredungen oder auch mal Langeweile.
  • Wie viel Taschengeld gebe ich bzw. gebe ich überhaupt ein regelmäßiges, festes Taschengeld?
  • Wie konsequent bin ich?
  • Verhandle ich mit meinem Kind, was verhandle ich, wann verhandle ich, wie verhandle ich?
  • Welche Regeln sind mir wirklich wichtig und welches ist das richtige Maß an Regeln?
  • ….

Und das ganze müssen sich dann gemeinsam erziehende Eltern auch noch gemeinsam überlegen bzw. entscheiden, wie unterschiedlich der Umgang mit Dingen in einer Familie sein darf und wie man damit umgeht.

Mein Fazit: Wir sollten uns alle feiern! Wir sind Höchstleister im wahrsten Sinne des Wortes!

Dieser Artikel erschien auch bei http://www.lob-magazin.de/familie/zeit-fuer-mich-ich/562-was-berufstaetige-eltern-alles-schaffen

ARD-Woche “Zukunft der Arbeit”

01.11.2016 |

ARD-Themenwoche “Zukunft der Arbeit”
30. Oktober bis 5. November 2016

 

Aktuell widmet sich auch die ARD mit einer Themenwoche der Zukunft der Arbeit. Hier finden Sie einen umfangreichen Überblick zum Programm und interessanten Hintergrundinformationen:

http://www.ard.de/home/themenwoche/ARD_Themenwoche_2016_Zukunft_der_Arbeit/3234726/index.html

Besonders möchte ich auf eine Dokumentation aufmerksam machen, die sehenswert ist:

Die Story im Ersten: Faktor Menschlichkeit

http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Die-Story-im-Ersten-Faktor-Menschlichke/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=38659790

Hier kommt Bodo Janssen von der Hotelkette Upstalsboom zu Wort, Google Hamburg wird vorgestellt und das Industrieunternehmen Phönix Contact. Es wird kritisch der Frage nachgegangen, wie “Menschenfreundlichkeit” und Wirtschaft eigentlich zusammenpassen.

Was denken Sie persönlich spontan darüber? Ich kenne viele Diskussionen zu diesem Thema. Der Film regt diese erneut an.