New Work im klassischen Konferenzformat? | 13.04.2016

AHcampBLN 2016

#für Aufgeweckte #zum Eintauchen #Let´s rock it!

oder: Eine etwas andere Einladung zum AUGENHÖHEcamp Berlin

 

 

Immer wieder bin ich überrascht, wenn ich Konferenzen, Podiumsdiskussionen oder Tagungen mit dem Thema New Work, Arbeiten 4.0 oder ähnlichem entdecke und ein festgezurrtes Programm mit der Nennung verschiedener Experten als Speaker, Workshop Anbieter oder Podiumsgäste lese. Die Experten sollen in diesem Rahmen den Unwissenden erklären, wie es in Zukunft funktionieren wird. Die Unwissenden kommen scheinbar nicht, wenn sie nicht vorher wissen, dass renommierte Experten Ihnen Input mit Mehrwert bieten werden.

Passt das mit den Ansätzen von New Work zusammen?

Um es vorweg zu nehmen: Für mich nicht.

Natürlich ist es wertvoll von Experten, Vordenkern etc. interessanten Input zu erhalten. Die „unwissenden“ Zuhörer lernen etwas, erhalten Inspiration, können neue Informationen mit ihren Kenntnissen und Erfahrungen abgleichen etc.. Die meisten Tagungen sind jedoch nur mit solchen „von oben, nach unten“-Formaten aufgebaut. Am Ende gibt es dann noch eine Fragerunde. Ich erlebe diese selten als wirklich ergiebig.

Modern ist es auch, das Publikum ein Meinungsbild zum aktuellen Thema abgeben zu lassen.  Damit ist die Veranstaltung dann innovativ, weil interaktiv – alle werden eingebunden. Wie schön.

Selbst Workshop-Anteile sind meist Vorträge für Kleingruppen. Eventuell mit einigen interaktiven Übungen aufgepeppt, aber doch immer noch: Experte erzählt, Lernender darf Fragen stellen. Immerhin darf man als Teilnehmerin selbst entscheiden zu welchem der parallel angebotenen Workshops man gehen möchte.

Mit den vielen renommierten Speakern geht auch ein hoher Preis einher. Frei nach dem Motto: Wenn es wenig kostet, ist es auch wenig wert. Oder es ist öffentlich finanziert. Dann muss über eine vernünftige Expertenliste gerechtfertigt werden, wofür die Steuergelder ausgegeben werden. Außerdem: Sonst kommt ja auch keiner.

Die große Frage ist: Stimmt das alles? Oder sind das alte Überzeugungen, die es wert sind hinterfragt zu werden, um dann neue Erfahrungen zuzulassen?

Worum geht es bei New Work, Arbeiten 4.0 etc.?

Wer sich mit New Work oder Arbeiten 4.0 beschäftigt erfährt von neuen Konzepten der Selbstorganisation in Teams, dezentralen Entscheidungsprozessen, authentischer Kommunikation, organischen Organisationsstrukturen, intrinsische Motivation durch sinnstiftendes Arbeiten u. v. a..

Die These ist, dass Organisationen in einer von immer höherer Komplexität bestimmten Welt – hervorgerufen u. a. durch Globalisierung, Digitalisierung – nicht mehr erfolgreich sind, solange sie an den etablierten, hierarchischen Organisationspyramiden und damit einhergehenden Managementpraktiken festhalten. Und: Es gibt bereits Unternehmen, die erfolgreich neue Konzepte der Organisation von Arbeit entwickeln und umsetzen. Einige davon zeigen zum Beispiel die Filme „AUGENHÖHE“ und „AUGENHÖHEwege“ oder man kann über Vorreiter in dem sehr empfehlenswerten Buch „Reinventing Organizations“ von Frederic Laloux lesen, um nur einige Quellen zu nennen.

Auch hier werden viele Ideen davon wie Arbeiten und Unternehmen funktionieren auf den Kopf gestellt. Nämlich unter anderem diese:

  • Mitarbeiter sind dumm. Zumindest zu dumm, um mit ihrem Tun die richtigen Ziele im Sinne des Unternehmens zu verfolgen, ihre Arbeit selbst zu organisieren, Probleme eigenständig zu lösen oder die richtigen Leute hierfür zu finden und einiges mehr.
  • Nur Manager in einer bestimmten hierarchischen Position sind in der Lage verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Nur sie haben das notwendige Wissen.
  • Mitarbeiter sind nicht wirklich motiviert zu arbeiten und sich weiterzuentwickeln. Sie müssen demzufolge äußere Anreize erhalten (häufig wird hier das Bild der hochgehaltenen Möhre verwendet), um gute Leistungen zu erbringen.

Tiefe Überzeugungen sorgen für Stabilität – nicht nur bei der Arbeit

Fällt Ihnen was auf? Es gibt parallelen zwischen den Überzeugungen, wie gute Konferenzen, Tagungen und ähnliche Veranstaltungen funktionieren und wie Organisationen funktionieren.

Das hat auch alles seine Berechtigung. Auch ich lausche gerne guten Speakern, die mir neuen Input geben und mich inspirieren. Aber wie großartig ist es, wenn ich dann auch selbst in einen aktiven Austausch gehen kann? Wenn ich das Gehörte mit meinem Wissen und meinen Erfahrungen verbinden kann – und zwar nicht nur in meinem Kopf sondern im Austausch mit dem der vielen anderen Teilnehmer. Da sind meist auch kleinere oder größere Experten dabei, die einiges beitragen können. Auch die Diskussion von Fragen kann neue Erkenntnisse erwecken.

Die da oben setzen die Grenzen des Möglichen

Das klassische Konferenzformat beschränkt den Erkenntnisgewinn ebenso wie die klassische Unternehmensorganisation bzw. Managementlehre: Mehr als die Experten bzw. Manager ermöglichen, kann nicht dabei rauskommen. Was nicht heißt, dass das Ergebnis schlecht ist. Aber es könnte vielleicht besser sein, wenn Wissen, Erfahrungen, Neugier, Kreativität etc. aller Anwesenden verknüpft werden.

Frei nach Aristoteles: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“

So wie es innovative Unternehmen gibt, die teilweise schon seit vielen Jahren „anders“ arbeiten als die überwiegende Mehrheit und damit oftmals überraschend gute Ergebnisse erzielen, gibt es auch Großgruppen- und Konferenzformate, die „anders“ funktionieren. Als Beispiel sei hier die Open Space Technology genannt.

Open Space – ein offener Raum mit klarer Struktur

Diese gibt einen Rahmen vor, eine Struktur. Es wird ein Thema für die Veranstaltung vorgegeben, beispielsweise New Work. Inhaltlich wird nichts vorgegeben. Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin sind eingeladen, die Veranstaltung mit Inhalten zu füllen, die in sogenannten Sessions bearbeitet werden. Jeder kann, keiner muss eine Session anbieten. Jeder ist frei, Sessions komplett zu besuchen, zu wechseln oder Einzelgespräche am durchgehend gefüllten Pausenbuffet zu führen.

Wer gut organisierte Open Space-Veranstaltungen besucht, wird feststellen: Es funktioniert! Wir können darauf vertrauen, dass die richtigen Leute zu dem angekündigten Thema kommen. Dass die Gruppe sich selbst organisieren kann. Dass jeder – egal ob Experte oder Neuling – seinen Beitrag leisten wird, um etwas entstehen zu lassen, das jeden bereichert.

Wenig Kontrolle braucht Vertrauen – und macht glücklich

Wie einfach ist also im Rahmen solcher Veranstaltung den Geist von „New Work“ selber zu erfahren? Sowohl bei den Konzepten von New Work, als auch bei Open Space-Veranstaltungen geht es darum die Kontrolle loszulassen. Als Veranstalter, Teilnehmer, Finanzier weiß ich vorher nicht, was dabei rauskommen wird. Was braucht es für dieses Experiment? Vertrauen. Es braucht Vertrauen, dass sich die Organisation bzw. die Veranstaltung so entwickeln wird, wie es für die Zielsetzung und die Beteiligten richtig ist. Und dann ist es ein Erfolg! Mich machen solche Veranstaltungen nicht nur „schlauer“, sie machen mich auch glücklich. Einfach weil es großartig ist, dieses „Naturereignis“ zu erleben.

Probieren Sie es aus! Es kostet in der Regel nicht viel, im Gegensatz zu anderen Konferenzen.
Nur etwas Zeit und vielleicht etwas Mut.

Ich lade Sie herzlich ein, Ihre persönliche Erfahrung  zu machen beim:

AUGENHÖHEcamp 2016 in Berlin, am 08.09.2016, weitere Infos auf: www.augenhöhe-camp.de

Direkt zu den Tickets geht es hier: http://www.eventbrite.de/o/augenhohecamp-team-berlin-10012318033