Unterstützung von Partnerschaftlichkeit: Elterngeld Plus | 03.12.2014

Schon seit Jahren habe ich mich darüber geärgert, dass Eltern bei der Nutzung des Elterngeldes bei einer Teilzeittätigkeit real Elterngeldansprüche verlieren, d. h. weniger Geld erhalten,  wie wenn sie gar nicht arbeiten würden. So geschehen bei meinem Mann und mir. Das hat erfreulicherweise auch die Politik erkannt.  Mit Wirkung für Eltern, deren Kinder nach dem 1. Juli 2015 geboren werden, gibt es nun das Elterngeld Plus.

Bei Teilzeitarbeit doppelt so lange Elterngeld erhalten

Dies bedeutet, dass bei Eltern, die während des Elterngeldbezugs zwischen 15 und 30 Studnen Teilzeit arbeiten, der Bezugszeitraum des Elterngeldes verdoppelt wird. Das den Einkommensverlust zu i. d. R. 65 % ersetzende Elterngeld wird also bei Teilzeitarbeit für zwei Monate gezahlt, statt für einenMonat, wenn das Arbeitseinkommen komplett entfällt. Das “traditionelle” Elterngeld wird maximal bis zur Vollendung des 14 Lebensmonats eines Kindes gezahlt, wenn jeder Elternteil mindestens zwei Monate Elterngeld in Anspruch nimmt.

Partnerschaftsbonus von vier Monaten, wenn beide Teilzeit arbeiten

Ergänzend gibt es einen Partnerschaftsbonus: Teilen sich Vater und Mutter die Betreuung ihres Kindes und arbeiten parallel für vier Monate zwischen 25 und 30 Wochenstunden, erhalten sie jeweils zusätzlich für vier Monate ElterngeldPlus. Alleinerziehende können das neue ElterngeldPlus im gleichen Maße nutzen.

Doppelkarrierepartnerschaften erhalten Starthilfe

Diese Neuregelung ist eine Reaktion auf die Wünsche vieler Eltern, die bisher in der Umsetzung allzu oft scheitern und in der Folge zu Unzufriedenheit führen: 90 %  der jungen Erwachsenen finden, dass sich beide Elternteile um die Kinder kümmern sollten. 66% der Frauen und Männer bis 40 Jahren finden es richtig, dass die Mutter erwerbstätig ist, um ökonomisch unabhängig zu sein. 64 % der jungen Männer finden Väter sollten für ihre Kinder beruflich kürzertreten. (Quelle: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Familienleitbilder,2013)
Nun gibt es finanzielle Unterstützung diese Wünsche in den ersten Lebensmonaten eines Kindes umzusetzen, auszuprobieren und die Erfahrungen in die zukünftige Lebensgestaltung einzubeziehen.