Ich brauche unbedingt einen anderen Job – oder nicht? | 04.04.2014

Viele meiner Klienten haben Anliegen, die sich um Unzufriedenheit mit der aktuellen beruflichen Situation drehen. Ich kenne das selbst gut aus meiner eigenen Biografie. Es soll sich etwas ändern, und die Frage ist was bzw. wohin. Ein kompletter Wechsel erscheint oftmals ein guter Ausweg. Bloß weg! Viele könnten stundenlang berichten, was ihnen an dem Job nicht gefällt: zu wenig Anerkennung, irgendwie zu wenig Sinn, zu wenig Begeisterung, zu viel Druck, falsche Themen…

In einer solchen Situation ist es jedoch meist wenig hilfreich, sich auf das zu konzentrieren was unangenehm ist. „Weg von“ ist nicht nützlich, denn es sagt kaum etwas darüber, wo es denn hin gehen soll. Und das ist für viele schwer zu sagen, was zu Frust führt: Man fühlt sich quasi gefangen, weil der Ausweg nicht sichtbar ist.

Spannend ist es an dieser Stelle mit einem anderen Blick auf die aktuelle Job-Situation zu schauen. Nämlich mit folgender Frage: Was würde ich vermissen, wenn ich DIESEN Job nicht mehr hätte?

Allzu oft kommen dann doch mehr positive Dinge am Job zutage, als bisher bewusst war. Das heißt nicht zwingend, dass es bei dem alten Job bleiben wird. Es kann die aktuelle Situation jedoch sehr entschärfen, sich auf die positiven Seiten zu konzentrieren. Sei es, um dann mit mehr Ruhe und Gelassenheit nach einer neuen Herausforderung zu suchen. Sei es, um innerhalb dieser Position einige Dinge aktiv zu verändern und damit zufrieden zu sein. Oder aber auch, um sich bewusst für einen Neuanfang zu entscheiden und von der alten Stelle mit allem Drum und Dran Abschied zu nehmen. Damit wird der Weg für freigemacht für ein zielführendes „Hin zu“.